Lackfibel

Hier finden Sie alphabetisch sortiert die wichtigsten Fachbegriffe rund ums Lackieren:

 

A

Abbeizmittel

Abbeizmittel oder Abbeizer werden zum Entfernen alter Oberflächenbeschichtungen benutzt. Abbeizer enthalten keine chlorierten Kohlenwasserstoffe mehr und sind in der Regel umweltfreundlich und biologisch abbaubar.

Abdunsten

Auch Ablüften genannt, ist das Verdunsten der flüchtigen Anteile eines Anstrichmittels, ehe die Filmbildung vollendet ist.

Absetzen

Unterschiedliche spezifische Gewichte bewirken das Absinken von Pigmentteilchen im Bindemittel. Sorgfältiges Aufrühren vermeidet daraus resultierende Farbtondifferenzen.

Abziehlack

Meist lasierender Schutzlack, der sich nach Zweckerfüllung wieder leicht entfernen lässt.

Acrylatfarben

Kunststoff-Dispersionsfarben und Dispersionslackfarben, deren Bindemittel aus Acrylat- und/oder Methacrylatdispersion besteht.
Acryllasuren

Wässrige Anstrichmaterialien, im Gebinde oft trüb aussehend, zeigen bei Aufstrich zunächst ein irisierend trübes Aussehen. Diese Erscheinung geht im Trocknungsverlauf zurück. Nach Trocknung resultiert ein klarer, durchscheinender Lasurfilm. Die Trübung im Nasszustand ist kein Qualitätsmangel.

Additive

Additive sind Zusatzstoffe, die in geringen Mengen einem Produkt zugesetzt spezifische Eigenschaften ergeben. Beispiel: Fungizide in Lacken und Farben. Verlaufmittel zum besseren Beschichten.


Adhäsion

Haftwirkung zwischen den Molekülen der Grenzfläche zweier Körper, z. B. Haftung von Farben auf dem Untergrund.

Adsorption

Physikalische Bindung von Stoffen an der Oberfläche von anderen Stoffen, ohne Veränderung der chemischen Eigenschaften der adsorbierten Stoffe.

Agglomeration

Ballung z. B. von Pigment- oder Hilfsmittelteilchen in einer Farbe. Ein solches Anstrichmaterial sieht dann beim Aufstrich unsauber aus.

Aldehyde

Sauerstoffhaltige Abkömmlinge von Kohlenwasserstoffen. Reaktiv und als Zwischenprodukte in der chemischen Industrie vielfach eingesetzt.

Alkalität

Der Gehalt einer Lösung an Hydroxyd-Ionen.

Amine

Organische Abkömmlinge des Ammoniaks. Diese bilden sich in der Natur bei der Zersetzung von Eiweiss. In der Chemie sind Amine Ausgangsprodukte für die Herstellung von Farbstoffen, Kunststoffen und Tensiden. Verwendung auch als Härter für 2 K-Lacke.

Ammoniak

Ammoniak ist ein farbloses Gas mit stechendem Geruch. Es ist ein wichtiger Grundstoff der organischen Chemie. Wässrige Ammoniaklösungen (Salmiakgeist) werden zum Reinigen und Säubern benutzt. Dispersionsfarben und Dispersionslackfarben werden vielfach mit Ammoniak auf einen pH-Wert oberhalb 7 (alkalisch) eingestellt.

Analyse

Zerlegung eines Stoffes in seine Bestandteile. In der Analyse werden qualitativ Grundstoffe oder Verbindungen bestimmt bzw. quantitativ ihre Mengen bestimmt.

Antifouling

Anstrichmaterialien für Schiffsböden, die lösliche Kontaktgifte enthalten, die das Anwachsen von Algen und Meerestieren an Schiffskörpern verhindern. Antifoulingfarben mit giftigen Zusätzen (Quecksilber, Arsen etc.) sind in Österreich verboten.

Antioxidantien

Unter Antioxidantien sind chemische Verbindungen zu verstehen, die vor Veränderungen schützen. Beispiel: Einsatz von Hautverhinderern in Farben und Lacken.

Aromatische Verbindungen

Unter aromatischen Verbindungen sind organische Kohlen- Wasserstoff-Verbindungen zu verstehen, die von Benzol abgeleitet sind. Beispiele: Toluol, Xylol, Trimethylbenzole.

Aufrühren

Dem gründlichen Aufrühren der Lacke und Grundierungen wird oft zu wenig Bedeutung beigemessen. Die sich während der Lagerung infolge unterschiedlicher spezifischer Gewichte in der Dose in verschiedenen Schichten absetzenden Bestandteile des Lackmaterials müssen wieder homogen verteilt werden. Ein elektrischer Rührer erleichtert die Arbeit.

Aufschwimmen oder Ausschwimmen

Lacke mit Pigmenten von sehr unterschiedlichen spezifischen Gewichten und unterschiedlicher Teilchengrösse neigen zum Aufschwimmen. Aufschwimmen kann zu deutlichen Farbveränderungen während der Trocknungsphase führen.

B

Bakterizide

Bakterizide oder Pestizide sind Mittel zur Bekämpfung von tierischen und pflanzlichen Schädlingen. Bakterizide oder Pestizide sind wichtig für die Imprägnierung von Holz bei Grundierungen und Lasuranstrichen.

Basen

Im chemischen Sprachgebrauch versteht man darunter den Teil einer Verbindung, der zusammen mit Säuren Salze bildet. Im übertragenen Sinne wird die Bezeichnung "Basen" auch für die wässrigen Lösungen von Alkali- und Erdalkalioxiden in Wasser verwendet, wobei die jeweiligen Metallhydroxide gebildet werden.

Benzin

Benzin ist ein aus Mineralöl gewonnenes Gemisch von Kohlenwasserstoffen. Benzin wird vielfach als Lösemittel eingesetzt. Benzin als Kraftstoff enthält gesundheits- und umweltgefährdende Beimengungen, wie z. B. Benzol.

Benzol

Benzol ist eine farblose, brennbare Flüssigkeit. Benzol wird eingesetzt zur Herstellung aromatischer Verbindungen in der organischen Chemie. Als Lösemittel wird Benzol nicht mehr eingesetzt. Benzol ist umweltgefährdend. Nicht mehr im Einsatz.

Beschleuniger

Beschleuniger sind Stoffe, die, in kleinen Mengen zugesetzt, Reaktionen beschleunigen, z. B. Trocknungsbeschleuniger in oxidativ trocknenden Systemen (Sikkative).

Beständigkeit

Eigenschaft eines Anstrichfilms, sich unter mechanischen oder chemischen Einwirkungen nicht nachteilig zu verändern.

Biolacke

Anstrichmittelgeneration, ausgehend von umweltrelevanten Fragen. Das Angebot von Biolacken umfasst Imprägnierungen, Lasuren und Deckanstrichmaterialien. Basis sind in der Regel Naturrohstoffe (obwohl vielfach chemisch aufbereitet). Nach dem Stand der Technik resultieren im Vergleich oftmals unbefriedigende Resultate zu gleichartigen, synthetischen Beschichtungsstoffen.

Bläschenbildung

Luft- oder wassergefüllte bläschenförmige Erhebungen im Lackfilm, in fortgeschrittenem Zustand kreisrundes Abplatzen der Lackierung vom Untergrund durch Feuchtigkeitseinwirkung oder mangelhaft getrocknete Grundierungen. Die Feuchtigkeit kann während des Lackierungsprozesses (Tau, Spritzluft, Schleifwasser) in den Lackaufbau geraten oder durch hygroskopische Medien, Poren und Fehlstellen nachträglich unter den Lackfilm transportiert worden sein.

Blei

Blei ist ein Schwermetall. Hieraus resultiert die Verunreinigung der Umwelt mit Blei, also ist Blei als Umweltgift einzustufen. In Farben und Lacken wurde Blei früher als Bleiverbindung vielfach besonders für rote und gelbe Pigmente eingesetzt; Sikkative enthielten ebenfalls Bleiverbindungen. Blei ist heute weitgehend aus Anstrichfarben eliminiert.

C

Cadmium

Cadmium ist ein Schwermetall. Es wird in Beschichtungsstoffen nicht eingesetzt.

Carbolineum

Carbolineum ist ein öliges, braunes, nach Teer riechendes Gemisch aus Teerölen.

Chlorierte Kohlenwasserstoffe

Chlorierte Kohlenwasserstoffe sind Kohlenwasserstoffe, die ein oder mehrere Chloratome enthalten. Wichtige Anwendungsgebiete für Chlorkohlenwasserstoffe sind Pestizide. Chlorierte Kohlenwasserstoffe sind Ausgangsprodukte für viele Kunststoffe, z. B. Vinylchlorid.

D

DD-Lack

siehe Polyurethanlack

Deckfähigkeit

Deckfähigkeit ist die farbliche Abdeckung eines Untergrundes. Schlechte Deckfähigkeit kann auf mangelhaftes Aufrühren oder zu starkes Verdünnen zurückzuführen sein. Weiss und Pastellfarben haben in der Regel eine gute Deckfähigkeit. Es gibt aber auch viele Farbtöne, die sich nur mit einem hohen Anteil von lasierenden Pigmenten herstellen lassen. Schwache Deckfähigkeit darf nicht zu dickem Lackauftrag führen, sondern muss durch einen geeigneten Vorlack ausgeglichen werden.

Desinfizierende Anstriche

Keimwidrige Anstrichmaterialien, diese verhindern die Entstehung und Vermehrung von Pilz- und Bakterienbefall, und keimtötende Anstriche, diese töten Bakterien und Pilze ab.

Dispersion

Feinste Verteilung eines Stoffes in einem anderen, ohne dass eine Lösung entsteht. Wenn ein fester Stoff in einer Flüssigkeit dispergiert wird, handelt es sich um eine Suspension, bei einer Dispergierung einer Flüssigkeit um eine Emulsion.

Dispersionsfarben

sind aus Kunststoffdispersionen und Pigmenten sowie Füllstoffen hergestellte Anstrichstoffe. Kunststoffdispersionsfarben werden auch Kunststoff- Latexfarben genannt. Im täglichen Sprachgebrauch werden Kunststoffdispersionsfarben auch Dispersionsfarben genannt.

Dispersionslacke

sind Anstrichstoffe auf der Grundlage einer wässrigen Kunststoffdispersion, die einen lackartigen Anstrichfilm ergibt.

E

Eindicken

Verdickung eines Lackes. Ursache: Nachquellen der Pigmente, chemische Reaktion oder Verdunsten der Lösungsmittel. Kann in der Regel durch Verdünnungszusatz aufgehoben werden. Ist die Lackfarbe dagegen bereits in Gelzustand übergegangen, ist von einer Verarbeitung Abstand zu nehmen (s. Gelieren).

Elastizität

Fähigkeit eines Körpers, nach Einwirkung einer ihn deformierenden Kraft die ursprüngliche Form wieder anzunehmen, insbesondere bei elastischen Werkstoffen im Fahrzeugbereich (weiche Kunststoffteile, Gummi). Hochwertige Lackmaterialien halten Dehnungsbeanspruchungen durch Vibration und Temperaturschwankungen aus, auch bei Metall- oder Holzlackierung.

Emission

Bezeichnung für die aus Anlagen oder technischen Vorgängen in die Atmosphäre gelangende gasförmige, flüssige oder feste Stoffe, aber auch Festlegung für Wärme, radioaktive Wirkungen sowie Geräusche und Lichteinwirkungen sowie flüssige und feste Stoffe, die nicht in die Atmosphäre, sondern in andere Umweltbereiche gelangen. Die Emission aus einer Verursacherquelle führt in der Umwelt über die Transmission zu Immissionen, die mit der Entfernung zur Emissionsquelle weniger werden.

Emulgator

Hilfsstoff bei der Herstellung von Emulsionen und Dispersionen, insbesondere für Anstrichemulsion benötigt. Mit einem Emulgator ist eine stabile Verteilung nicht mischbarer Stoffe möglich.

Emulsion

Unter Emulsion ist ein System aus zwei nicht mischbaren Flüssigkeiten zu verstehen, bei dem eine Flüssigkeit in Form kleinster Tröpfchen in der anderen Flüssigkeit verteilt ist. Beispiel: Milch.

Entfetten

Entfernung von fetthaltigen Bestandteilen von Oberflächen. Fett beeinträchtigt die Haftung des Lackaufbaus. Die Vorbehandlung der Flächen muss eine gründliche Entfettung einschliessen. Im Handwerksbetrieb am besten durch Entfettungsmittel.

Ether (Diethylether)

Farblose, entzündliche und flüchtige Flüssigkeit. Ether können mit Luft explosionsfähige Gemische bilden.

Ethylenglykol

Ethylenglykol ist eine farblose, süsslich schmeckende Flüssigkeit, eingesetzt als Frostschutzmittel für Kraftfahrzeuge und Lösemittel sowie Textilhilfsmittel und Waschrohstoff.

Exposition

Unter Exposition ist die äussere Bedingung, z. B. der Umstand, denen Materialien und Organismen bei Schadstoffeinwirkungen ausgesetzt sind, zu verstehen.

F

Farbstoffe

Farbstoffe sind organische Verbindungen, die in gelöster Form eingesetzt werden. Sie dienen zum Färben von Textilien, für Druckfarben und andere Anwendungsgebiete. Von wichtigerer wirtschaftlicher Bedeutung sind Pigmente. Pigmente sind im Gegensatz zu Farbstoffen unlöslich und werden in Lacken und Farben, aber auch zum Einfärben von Kunststoffprodukten eingesetzt. Kritisch aus Sicht der Umweltrelevanz sind Blei und Chromat zu beurteilen.

Festkörper

Der Festkörper eines Lackes oder einer Farbe ist derjenige Teil des Anstrichmaterials, der nach Entfernen aller flüchtigen Anteile (Verdunsten der Lösemittel unter festgelegten Prüfbedingungen) zurückbleibt.

Filmbildner

Lösemittel in Wasserlacken, die Bindemitteltröpfchen bei der Trocknung "verkleben", wodurch ein kompakter Lackfilm gebildet wird.

Flammpunkt

Der Flammpunkt ist die niedrigste Temperatur (bezogen auf einen Druck von 1013 mbar), bei der sich in einem geschlossenen Tiegel aus der zu prüfenden Flüssigkeit unter festgelegten Bedingungen Dämpfe in solcher Menge entwickeln, dass sich im Tiegel ein durch Fremdzündung entflammbares Dampf-Luft-Gemisch bildet.

Flammschutzmittel

Materialien, die eine Entflammbarkeit und Brennbarkeit von Holz, Textilien und anderen brennbaren Stoffen durch Imprägnierung bzw. Isolierung herabsetzen.

Flockulieren

Störungen zwischen Bindemittel und Pigmenten, die zumeist auf ungeeignete Zusätze und Mischungen zurückzuführen sind. Der Lack wird unbrauchbar.

Formaldehyd

Ausgangsprodukt für viele chemische Prozesse. Einsatz in wässriger Lösung: Formalin. Formaldehyd wird als Desinfektionsmittel und Konservierungsstoff verwendet. Harnstoff-Formaldehydharze sind Bindemittel für Spanplatten und Verschäumungsmittel. Für Innenräume kann Formaldehyd zu Belästigungen führen. Es ist der Grenzwert MAK von 0,1 ppm festgesetzt.

Fungizide

Fungizide sind Stoffe zur Vorbeugung und Bekämpfung von Pilzen. Fungizide werden überwiegend im Pflanzenschutz, aber auch bei Farben, Lacken, dem Holzschutz und im Papierschutz eingesetzt.

G

Gefährliche Stoffe

Gefährliche Stoffe sind Stoffe, die ein Gefahrenpotential durch Brennbarkeit, Toxizität, Ätzung und Umweltschädigung besitzen. Gefährliche Stoffe sind auch Stoffe, die geeignet sind, die Beschaffenheit der Luft, des Wassers, des Erdbodens oder von Tieren, Pflanzen und Organismen zu verändern. Gefährliche Stoffe sind nach den Bestimmungen des Chemikaliengesetzes einzustufen und zu kennzeichnen.

Gefahrensymbole

Gefahrensymbole dienen der Kenntlichmachung gefährlicher Stoffe im Verkehr mit Verwendern. Andreaskreuz: gesundheitsschädlich
Geplatzte Bombe: Explosionsgefahr
Flamme: leicht entzündlich
Totenkopf mit gekreuzten Knochen: Vergiftungsgefahr
Hand mit Verätzung der Finger: Verätzungs- und Korrosionsgefahr

Gelieren

Durch Polymerisation oder auch andere chemische Vorgänge fehlerhafte oder vorzeitige Eindickung des Bindemittels, die den Lack unbrauchbar macht.

Grenzflächenspannung

Hierunter ist eine einseitig in das Innere einer Flüssigkeit gerichtete Kraft zu verstehen. Durch sie wird eine Verkleinerung der Flüssigkeitsoberfläche gefördert.

H

Hautbildung

Oxidativ trocknende Lackmaterialien können trotz Hautverhütungsmitteln bei Sauerstoffzutritt eine Haut bilden. Beim Öffnen Dosendeckel nicht deformieren. Anbruchdosen sorgfältig und dicht verschliessen. Dose kräftig schütteln und auf den Kopf stellen. Halb gefüllte Dosen in kleinere umfüllen, Häute vorsichtig entfernen und Lack filtrieren. Gefahr von Farbtonabweichungen.

High Solids

Decklacke mit sehr hohem Festkörperanteil (70%). Durch Reduzierung des Lösungsmittelanteils auf ein Minimum ist dieser Lacktyp sehr ergiebig und umweltfreundlicher als konventionelle Lacke.

Hochziehen

Aufquellen von Lackfilmen durch zu scharfe Lösungsmittel im Lack, wie es beim Überspritzen von nicht ausgehärteten, lufttrocknenden Kunstharzlacken mit Nitro-Materialien auftreten kann. Trockenes Vorspritzen vermindert die Gefahr des Hochziehens.

Holzschutzmittel

Mittel zur Verhinderung von Befall durch Pilze, Insekten und auch Feuer. Als Holzschutzmittel gelten anorganische Salzgemische mit Chrom-, Bor- und Fluorkomponenten sowie Kupfer- und Arsenverbindungen. Auch lösemittelhaltige Präparate als Imprägnierung und Grundierung sowie Lasuren sind Holzschutzmittel, wenn sie Fungizide und Insektizide enthalten. Auch Teeröle, wie z. B. Carbolineum, gelten als Holzschutzmittel.

Hydrolyse

Die Hydrolyse ist die Spaltung chemischer Verbindungen durch Wasser. Die Hydrolyse ist von grosser Bedeutung für abiotische Abbaubarkeit von organischen Schadstoffen.

I

Immission

Einwirkung von Luftverunreinigungen, Wärme und Strahlen auf Menschen und auch unbelebte Objekte, wie z. B. Anstriche.

Immissionsbelastung

Unter Immissionsbelastung ist die Beeinträchtigung der Umwelt durch Immissionen zu verstehen.

Immissionsmessung

Eine Immissionsmessung mit stationären und beweglichen Messstationen kann dauernd oder kurzfristig alle Immissionen aus Industrie und auch Verkehrszentren sowie Mülldeponien und Haushalten (Heizung) erfassen.

Imprägnieren

Imprägnieren ist das Behandeln von Gegenständen mit Chemikalien. Für Farben und Lacke z. B. ist das Imprägnieren das Einlassen von lösemittelhaltigen farblosen oder lasierenden Anstrichstoffen auf Holz. Schutzbehandlung von porösen Baustoffen, Holz, Putz durch imprägnierende Materialien. Hydrophobieren, Wasserabstoßendmachen von Klinkerfassaden, ist ebenfalls unter Imprägnieren zu verstehen.

Indikator

Ein Indikator in der Chemie ist ein Material, welches dient, den pH-Wert von sauren und alkalischen Medien zu unterscheiden (pH-Papier). In der Biologie ist ein Indikator definiert als Organismen, die durch Abwesenheit oder Vorhandensein bestimmte Zustände anzeigen.

Innenraumbelastung

Die Luft in Innenräumen wird durch entstehende Schadstoffausweisungen aus Gegenständen möglicherweise geschädigt. Beispiele: Formaldehyd aus Spanplatten und Schäumen, Abbauprodukte und abdampfende Fungizide aus manchen mit Imprägnierlasuren behandelten Hölzern.

Inversion

In der Meteorologie bedeutet Inversion eine Luftschicht mit nach oben zunehmender Temperatur.

K

Kanzerogenität

Mit Kanzerogenität ist die Eigenschaft von Stoffen bezeichnet, die Krebs verursachen. Vielfach ist für eine Krebsbildung die additive Wirkung mehrerer Schadstoffe notwendig.

Katalysatoren

Unter Katalysatoren sind Stoffe zu verstehen, die eine Stoffumwandlung beeinflussen, sich dabei aber selbst nicht verändern. Beispiel: Autoabgas-Katalysatoren aus Edelmetallen.
Beschleuniger für chemische Reaktionen, z. B. in ölhaltigen Anstrichstoffen Sikkative oder Trockenstoffe, in säurehaltigen Lacken oder Klebstoffen Säurezusatz, in Polyesterlacken der Zusatz von Peroxid.

Koagulation

Unter Koagulation ist Ausflockung zu verstehen.

Kohäsion

Anziehungskraft zwischen den Molekülen eines Körpers (freie Anstrichfilme).

Kohlenmonoxid

Kohlenmonoxid ist ein geruchloses Gas. Es entsteht bei unvollständiger Verbrennung organischer Verbindungen, so z. B. Heizungen, Industrie, Kfz-Motoren. Kohlenmonoxid wird an der Luft zu Kohlendioxid umgewandelt, Kohlenmonoxid blockiert jedoch beim Einatmen die Sauerstoffaufnahme. Bei Smog-Wetterlagen ist in der Luft viel Kohlenmonoxid enthalten.

Kohlenwasserstoffe

Kohlenwasserstoffe sind chemische Verbindungen des Kohlenstoffs mit Wasserstoff. Es gibt kettenförmige Kohlenwasserstoffe, wie z.B. Oktan, und ringförmige Kohlenwasserstoffe, wie z. B. Benzol. In der Umweltfrage sind ringförmige Kohlenwasserstoffe - besonders in chlorierter Form - in Diskussion.

Kondensation

Physikalische Wiederverflüssigung von Siededämpfen oder Gasen durch Abkühlung.
Kondensationspunkt: Temperatur, bei der unter Normalbedingungen die Kondensation eintritt.

Konservierungsmittel

Hilfsmittel zum Haltbarmachen verderblicher Güter. Einsatz z. B. in Dispersionsfarben und Dispersionslackfarben (Topfkonservierer).

Korrosion

Zerstörung von Metallen durch Verwitterung oder andere Einflüsse, deren Verhinderung eines der wesentlichsten Ziele der Lackierung ist. Besonders für den Schutz von Stahl gegen Rost wurden Grundierungen von hervorragender Qualität entwickelt.

Kraterbildung

Meistens durch ungeeignete Verdünnungsmittel oder durch Luft- oder Wassereinschlüsse verursacht. Eine andere Form der Kraterbildung entsteht durch Silikon-Verunreinigungen.

Kunstharzlacke

Unter Verwendung von Kunstharz-Bindemitteln hergestellte Lacke und Farbeallgemein üblich.

Kunstharzputze

Kunstharzputze sind Beschichtungen mit putzartigem Aussehen. Für die Herstellung von Kunstharzputzen werden die Beschichtungsstoffe aus organischen Bindemitteln in Form von Kunststoff-Dispersionen oder Kunstharz-Lösungen und Füllstoffen mit überwiegendem Kornanteil von grösser als 0,250 mm verwendet.

Kunststoffdispersionen

Kunststoffdispersionen sind eine feine Verteilung von Polymeren oder Kunstharzen in einer Flüssigkeit, meist Wasser. In handelsüblicher Form liegen sie als stabile kolloidale Systeme von milchig-weissem Aussehen vor. Sie wurden auch manchmal als Kunststofflatex bezeichnet.

Kunststoffdispersionsfarbe

ist ein aus Kunststoffdispersionen und Pigmenten hergestellter Anstrichstoff. Im täglichen Sprachgebrauch wird anstelle des Begriffes Kunststoffdispersionsfarbe meist der Begriff Dispersionsfarbe angewandt.

L

Löslichkeit

Eigenschaft eines Stoffes, sich in einem Lösemittel gleichmäßig zu verteilen.

Lagerung

Abgesehen vom Tagesbedarf sollten alle Lackmaterialien in einem besonderen, trockenen, mäßig temperierten Raum gut geschlossen und übersichtlich gelagert werden, wobei die gewerbebehördlichen Vorschriften zu beachten sind. Polyester- Füller und -Spachtel einschließlich Härter sind nicht zu kühl zu lagern (+15°C bis +25°C).

Luftreinhaltung

Hierunter sind alle Maßnahmen zur Erhaltung der natürlichen Beschaffenheit der Luft zu verstehen.

M

MAK-Werte

Abkürzung für maximale Arbeitsplatz-Konzentration von Gasen, Dämpfen und Stauben am Arbeitsplatz, z. B. Lösemitteldämpfe in und um Spritzkabinen.

MAK-Werte-Liste

Die MAK-Werte-Liste ist eine Auflistung der maximalen Arbeitsplatzkonzentrationen vieler Stoffe. Soweit die Konzentration eines Stoffes am Arbeitsplatz einen vorgegebenen MAK-Wert nicht überschreitet, ist nach dem Stand der Technik eine Gesundheitsgefährdung nicht gegeben.

Merkblätter

Merkblätter und Verarbeitungshinweise sind nach dem jeweiligen Stand der Technik erstellt. Sie gelten für den Normalfall und sollen beraten. Bei der Vielzahl der Verwendungszwecke und Arbeitsbedingungen können im Einzelfall jedoch abweichende Arbeitsverfahren zweckmäßig sein, was der Verarbeiter prüfen muss. Eine Haftung für etwaige, aus solchen Empfehlungen resultierende Fehlergebnisse kann deshalb vom Lackhersteller nicht übernommen werden. Empfohlen wird, innerhalb eines Lackiersystems die in den Merkblättern vorgeschlagenen Produkte eines Herstellers zu verwenden.

Mindestfilmbildetemperatur (MFT)

Die Temperatur, die bei der Verarbeitung und Trocknung von Wasserlacken mindestens eingehalten werden muss, damit ein kompakter Lackfilm gebildet wird.

Monomer

Einzelmoleküle, die durch chemische Reaktion zu Großmolekülen zusammengefügt werden können, den Polymeren. Gleiche Moleküle ergeben Homopolymere, verschiedenartige Mischpolymere.

Mutagenität

Eigenschaft von Stoffen, Veränderungen im Erbgut herbeizuführen. Unterschieden werden Mutationen an Körperzellen und an Keimzellen.

 

FAQ Header 2

 

 

N

Nachverbrennung

Unter Nachverbrennung ist die katalytische Nachverbrennung mit Hilfe von Katalysatoren, z. B. bei der Reinigung von Kraftfahrzeug- und Industrieabgasen, zu verstehen.

Neutralisation

Umsetzung äquivalenter Mengen Säure mit Base bzw. Base mit Säure unter Entstehung von Salz und Wasser bei einem pH-Wert 7. Die alkalischen Eigenschaften von Kalk- und Zement- Putzflächen werden z. B. durch Fluate neutralisiert. Heutige moderne Anstrichsysteme machen diese vorbeugende Behandlung in der Regel überflüssig.

Nitroverdünnung

Unter Nitroverdünnungen sind Lösemittelgemische für Lacke zu verstehen. In der Regel bestehen Nitroverdünnungen aus aromatischen Kohlenwasserstoffen und Estern; sie sind entzündlich und teilweise gesundheitsschädlich.

O

Ökologie

Festlegung der Beziehungen der Lebewesen zu ihrer lebenden und leblosen Umwelt.

Ökosystem

Ein Ökosystem ist eine funktionelle Einheit, die aus Organismen, also Pflanzen und Tieren, in deren Umweltlebensraum (Biotop) besteht. Ökosysteme besitzen bestimmte Regulationsfähigkeiten.

Ökotoxikologie

Die Ökotoxikologie befasst sich mit den Auswirkungen von Schadstoffen auf Ökosysteme.

Oberflächenspannung

Die Kraft, die die Oberfläche eines Körpers oder eines Gemisches, z. B. auch einer Flüssigkeit, zusammenhält. Die Oberflächenspannung kann bei der Herstellung von Anstrichfarben durch Netzmittel verringert werden. Oberflächenspannung oder Grenzflächenspannung kann aufgehoben werden durch Tenside. Beispiel: Reinigen von Zinkoberflächen durch ammoniakalische Netzmittelwäsche unter Zugabe von etwas Entspannungsmittel.

OECD-Prüfrichtlinien

Die OECD-Prüfrichtlinien sind im Mai 1981 international verabschiedet worden. Sie legen z. B. Fettlöslichkeit, Hydrolyse, Fischtoxizität und biologische Abbaudaten fest.

Orangeneffekt

Verlaufsstörungen, sogenannte Spritznarben, zumeist hervorgerufen durch Verwendung ungeeigneter Verdünnungen, zu hohe Spritzviskosität oder zu hohe oder zu niedrige Spritzraumtemperatur.

Organosole

Bestehend aus z. B. Polyvinylchloridpulver, fein verteilt in Weichmachern und Verdünnungsmitteln. Anwendung zur Oberflächenverfilmung durch Streichen und Tränken und zum Korrosionsschutz.

Oxime

In Lösemittel leicht lösliche Produkte, die der Hautverhinderung und der Stabilisierung von oxidativ trocknenden Alkydharzen dienen.

P

Peroxide

Das anorganische Wasserstoffsuperoxid wird zum Bleichen von Holz verwendet. Peroxide dienen weiter zur Härtung von ungesättigten Polyesterharzen.

Pestizide

Unter Pestiziden sind Stoffe zu verstehen, die zur Bekämpfung von tierischen und pflanzlichen Schädlingen eingesetzt werden.

pH-Wert

Zahlenreihe von 0-14, die den alkalischen, neutralen oder sauren Charakter eines in Wasser gelösten Stoffes angibt. Bestimmung erfolgt auf einfache Weise mit pH-Papier, das mit Farbstoffen getränkt ist. Diese zeigen nach abgestufter Farbskala den pH-Wert an.
0 - < 7 = sauer
7 = neutral
> 7 - 14 = basisch

Photooxidantien

Photooxidantien können in der Luft durch Verbindung von Kohlenwasserstoffen und Sauerstoffen entstehen. Dies insbesondere unter Einfluss intensiver Sonneneinstrahlung. Es entstehen Reaktionsprodukte, wie z. B. Ozon; wenn der Gehalt von Ozon ca. 300 ug/m3 Luft übersteigt, können Schädigungen auftreten (Smog).

Pinselreiniger

Reinigungsmittel aus organischen Lösemittelgemischen mit wasseremulgierenden Substanzen. Pinselreiniger können abwasserschädigend sein.

Polyamine

Härtungsmittel für Epoxidharze.

Polyester

Lack- und Kunststoff-Rohstoffe, die durch Veresterung von Polycarbonsäuren mit Polyalkoholen entstehen.

Polyisocyanate

Härter für Mehrkomponentenlacke.

Polymer

Gegensatz zu Monomer. Eine polymere Verbindung ist die makromolekulare Form der chemisch prozentual gleich zusammengesetzten monomeren Verbindung. Beispiel: Polyvinylchlorid. Polymere sind Riesenmoleküle, die durch chemische Verbindungen einzelner MoPolyvinylchlorid, Polystyrol.

Polymerisation

Chemische Zusammenlagerung mehrerer Moleküle eines ungesättigten Stoffes zu einer grossmolekularen Verbindung. Bei Zusammenlagerung gleicher Stoffe: (Homo)polymerisation. Bei verschiedenartigen Ausgangsstoffen: Mischpolymerisation.

Polyurethane

Lack- und Kunststoff-Rohstoffe, Umsetzungsprodukte aus Polyisocyanaten mit hydroxylgruppenhaltigen Polyestern und

Polyäthern.

Beispiel: PUR-Lack

Polyurethanlack

Zweikomponenten-Reaktionslack. Polyurethanlacke sind gut haftende, hart elastische und chemikalienbeständige Anstrichmaterialien.

PUR-Härter

Polyisocyanat zum Härten von PUR- oder DD-Lacken.

R

RAL

Geschützter Kurzname des (Reichs-)Ausschusses für Lieferbedingungen und Gütesicherung beim Deutschen Normenausschuss (DNA). Neben zahlreichen Begriffs- und Qualitätsbestimmungen für Anstrichstoffe ist für den Lackhersteller und -verbraucher die Rationalisierung durch Normung einer beschränkten Auswahl stets gleichbleibender Farben, niedergelegt im Farbregister RAL 840 HR, von besonderer Bedeutung.

Reaktion

Vorgang einer stofflichen Umwandlung, bei der mindestens zwei Stoffe beteiligt sind. Einfaches Beispiel: Lauge und Säure in definierten spezifischen Mengen ergibt Salz. Auch die Trocknung eines Alkydharzlackes enthält chemische Reaktionen. Durch Verbindung des Luftsauerstoffes mit ungesättigten Fettsäuren werden Veränderungen im Chemismus des nassen Anstrichfilms vorgenommen, die neben physikalischem Abdunsten des Lösemittels zur Trocknung von Anstrichen führen.Reaktionslacke
Im Sprachgebrauch des Lackfaches die Zwei- oder Mehrkomponentenlacke, die für bestimmte Anwendungsgebiete wichtig sind:

  • Polyurethanlacke (PUR)
  • Epoxidharzlacke
  • Säurehärtende Lacke
  • Spezialmaterialien
  • Beschichtungen
  • Kleber

Bei richtiger Verarbeitung werden mit den Reaktionslacken Schichten mit sehr guten Eigenschaften erzielt: Härte, Elastizität, Haftfähigkeit, Beständigkeit gegen Wasser und Chemikalien, Durchhärtung auch in dicken Schichten. Komponenten = zusammengehörende Bestandteile, die getrennt geliefert und erst unmittelbar vor der Verarbeitung gemischt werden müssen. Zwischen "Stammlack" und "Härter" findet ein chemischer Vorgang (Reaktion) statt, der zur Erhärtung der Schichten führt. Diese Reaktion beginnt sofort nach dem Zumischen des Härters. Die Zeitspanne, in der ein Reaktionsmaterial nach dem Zumischen des Härters verarbeitungsfähig bleibt, wird als "Topfzeit" oder "pot-life" bezeichnet. Die vom Hersteller angegebenen Topfzeiten und Härtungszeiten der Schichten beziehen sich auf eine Temperatur von 20°C. Bei höherer Temperatur (ab 25°C-80°C) wird die Härtung zunehmend beschleunigt, bei niedrigen Temperaturen stark verlangsamt. Chemische Reaktionen zwischen Stoffen erfolgen nur in festliegenden Mischungsverhältnissen. Deshalb muss bei Reaktionslacken (Beschichtungen, Klebern) stets das vom Hersteller vorgeschriebene Mischungsverhältnis eingehalten werden. Nur dann werden die günstigsten (optimalen) Eigenschaften erzielt.
Durch zu wenig Härter bleiben die Schichten weich, eventuell sogar klebrig. Durch ein Mehr an Härter wird zwar die Härtung beschleunigt, die Schichten werden aber spröde und zeigen verminderte Beständigkeit gegen Wasser und Chemikalien, ggf. auch gegen Licht und Wettereinwirkungen, ferner Abfall oder Wegschlagen des Glanzes.

Resorption

Resorption ist die Fähigkeit von Organismen, einen Stoff aufzunehmen, also zu absorbieren. Wegen der guten Fettlöslichkeit können organische Chlorverbindungen sowohl in Pflanzen und Tieren als auch im Menschen gut resorbiert werden.

Reversibel

Umkehrbar (wiederlöslich). Alle physikalisch trocknenden Lacke können von dem Lösemittel, in dem sie gelöst waren, nach dem Trocknen wiederaufgelöst werden. (Der Vorgang der Filmbildung ist dabei reversibel.) Sind Lacke mit reversibel löslichen Bindemitteln sehr hoch pigmentiert, wird die Reversibilität verringert.

S

Säure

Säuren sind Verbindungen, deren wässrige Lösungen sauer reagieren. Sie bilden mit Laugen Salze. Es gibt starke Säuren, z. B. Schwefelsäure, und schwache Säuren, z. B. Essigsäure. Konzentrierte Säuren können stark ätzend wirken

Salzausblühungen

Abscheidungen von Salzen auf Mauer- und verputzten Wandflächen entstehen durch Verdunsten salzhaltigen Wassers. Ursache: Feuchtigkeit gerät infolge Schlagregeneinwirkung oder wegen unzureichend isolierter Grundmauern in das Mauerwerk und löst Salze aus Putz und Steinen.

Saurer Regen

Regenwasser sollte bei Berücksichtigung des atmosphärischen Kohlendioxid-Gehaltes einen pH-Wert von etwa 5-6,5 haben. In der Regel liegt der pH-Wert des Regenwassers im Mittel zwischen 4 und 4,6. Das ist die zehn- bis zwanzigfache Säuremenge gegenüber den natürlichen Säureverhältnissen. Diese Übersäuerung ist auf den Gehalt von Schwefel- und Salpetersäure zurückzuführen. Diese Säuren bilden sich in der Atmosphäre als Folge der Schwefeldioxid- und Stickoxid- Belastungen. Der saure Regen wird für viele Korrosionsschäden verantwortlich gemacht.

Schadstoffe

Schadstoffe sind in der Luft, im Boden und im Wasser vorkommende Stoffe, die schädliche Wirkungen auf Lebewesen und Güter haben können. Schadstoffe werden vielfach freigesetzt von Ausscheidungen der Industrie, der Kraftwerke, Kraftfahrzeuge und Hausbrand.

Schleifpapiere

Glas, Sand, Schmirgel, Flint, Korundpapiere. Diese sind in das Schleifmaterial in Form kleinster Splitter oder gemahlener Kristalle eingetragen. Bezeichnet werden Schleifpapiere nach ihrer Körnung von grob bis fein durch Zahlen.

Schleifstaub

Beim Trockenschleifen entsteht Schleifstaub, der bei der Ausführung von Lackierarbeiten in Betracht zu ziehen ist. Werden oxidativ trocknende Lacke maschinell geschliffen, so ist der Schleifstaub aus den Maschinensäcken auf jeden Fall bei Arbeitsschluss zu entfernen, da sonst Überhitzungs- und
Brandgefahr besteht.
Beim Schleifen alter Anstriche, z. B. Lasuranstriche, dürfen Stäube nicht eingeatmet werden. Gleiches gilt für trockenes Schleifen alter, bleifarbenhaltiger und zinkchromathaltiger Lacke (Atemschutz).

Schwer abbaubare Stoffe

Unter schwer abbaubaren Stoffen sind Stoffe zu verstehen, die durch ihre Halbwertszeit die Umwelt langfristig belasten.

Selbstreinigung

Unter Selbstreinigung ist das Vermögen von Organismen zu verstehen, organische Stoffe unter Sauerstoffverbrauch abzubauen (biologische Abbaubarkeit).

Silicone

Kunststoffe, denen ein Silizium-Sauerstoff-Gerüst zugrunde liegt. Silicone und siliconhaltige Stoffe werden technisch und chemisch vielfältig eingesetzt. Neben industriellen Anwendungen interessieren für das Bautenanstrichmittelgebiet wässrige Dispersionen von Silikonharzen (Silicon-Emulsionen) zur Hydrophobierung von Mauerwerk, Silicon-Antischaummittel, Silicon-Dichtstoffe und -Dichtprofile. Bei Silicon-Dichtprofilen ist Vorsicht geboten, da sie die Anwendung von Anstrichmaterialien stark einschränken.

Silikose

Unter Silikose ist eine Quarzstaub-Lungenerkrankung zu verstehen.

Solvatation

Lockere Anlagerung von Lösemittelmolekülen an gelöste Substanzen, z. B. an Lackharze. Die Additionsverbindungen zwischen makromolekularer Substanz und Lösemittel werden Solvate genannt.

Stand der Technik

Unter Stand der Technik in der Umweltdiskussion und der Rechtsprechung ein definierter Begriff, der als Maßstab für Genehmigungsverfahren festliegt. Stand der Technik ist der auf den einschlägigen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen, deren Funktionstüchtigkeit erprobt und erwiesen ist. Bei der Bestimmung des Standes der Technik sind insbesondere vergleichbare Verfahren, Einrichtungen und Betriebsweisen heranzuziehen.

Staub

Als Staub ist ein fein zerriebenes Material in einer Teilchengröße von unter 200 x 100-3 mm zu verstehen, welches nach dem Aufwirbeln längere Zeit zur Ablagerung braucht.

Suspension

Unter Suspension ist eine Aufschlämmung fester Körper in Flüssigkeiten zu verstehen.

Synthese

ist die künstliche Herstellung eines Stoffes, z. B. Kunstharz, aus seinen Bestandteilen durch chemische Vorgänge (Reaktionen).

T

Taupunkt

ist die Temperatur in °C, bei der die Fähigkeit der Luft endet, Wasserdampf aufzunehmen. Bei der Taupunkttemperatur ist die Luft 100% dampfgesättigt. Erfolgt eine weitere Abkühlung, kondensiert das in der Luft enthaltene Wasser teilweise und bildet Nebel oder schlägt sich als Tau nieder. Taupunkt bei 13,1°C entsprechend 100% rel. Feuchte.

Tenside

Tenside sind waschaktive Substanzen, die die Oberflächenspannung des Wassers deutlich herabsetzen und so Schmutzlösung fördern. Tenside werden eingesetzt in Wasch- und Reinigungsmitteln, aber auch in Dispersionsfarben und Dispersionslackfarben.

Terpentinöle

Öle unterschiedlicher Zusammensetzung, die aus Holz gewonnen werden.

Terpentinersatz

Unter Terpentinersatz ist ein Lösemittel für Lacke zu verstehen. Terpentinersatz ist zusammengesetzt aus Benzinen und aromatischen Verbindungen.

Testbenzin

Aliphatische Kohlenwasserstoffe sind heute in fast allen Fällen an die Stelle des Terpentinöls beim Einsatz von Bautenlacken gekommen. Hierbei ist das Wort "Test" im Testbenzin so zu verstehen, dass das Material, gewonnen aus Erdöl, darauf getestet ist, dass der Flammpunkt über 21°C liegt und der Siedebereich zwischen 130 und 220°C liegt.

Thixotropie

Die Eigenschaft mancher Stoffe, die im Ruhezustand relativ hochviskos oder gelartig sind, sich durch Energiezufuhr, z. B. Streichen, Schütteln, Spritzen, Rühren usw., zu verflüssigen. Kommen sie dann erneut in den ihren ursprünglichen Zustand an.

Titandioxid

Titandioxid ist ein Weißpigment für die Herstellung von Lacken und Farben. In der Umweltdiskussion ist Titandioxid im Gespräch in Bezug auf die Herstellverfahren und die Verklappung von Dünnsäure.

Topfkonservierer

sind Stoffe, die das Schimmeln und Faulen von Dispersionsfarben und Dispersionslackfarben im Gebinde verhindern.

Topfzeit

ist die Dauer der Verarbeitungsmöglichkeit von Zweikomponenten-Materialien nach ihrer Vermischung mit dem Härter. Meist zeigt sich das Ende der Topfzeit durch deutlichen Viskositätsanstieg, der eine weitere Verarbeitung verhindert. Bei manchen Produkten, z. B. Reaktionsprimern, ist kein deutlicher Viskositätsanstieg zu bemerken. Halten Sie sich deshalb an die technischen Angaben der Lackhersteller, um Fehllackierungen zu vermeiden.

Toxizität

Unter Toxizität ist die Giftigkeit eines Stoffes zu verstehen. Es wird unterschieden in akute Toxizität, subakute, subchronische sowie chronische Toxizität.

U

Ultraviolette Strahlen

Unsichtbare kurzwellige Strahlen, besonders im Hochgebirge und an der See. Wirken zerstörerisch auf Anstriche.

Umweltchemikalien

Umweltchemikalien sind Stoffe, die durch den Menschen in die Umwelt gebracht werden und die geeignet sind, Gefährdungen herbeizurufen.

Umweltzeichen für Lacke

Umweltzeichen für Lacke gibt es nach dem Stand vom November 1984 für Dispersionslackfarben und Korrosionsschutzmaterialien.

UV-Einflüsse

Das UV-Licht dringt durch farblose oder nur unzureichend lasierend pigmentierte Anstriche hindurch auf den Holzuntergrund. Dort kann es in Verbindung mit der Feuchte des Holzes das Holzgefüge zerstören, Lignin wird Holzoberfläche und damit auch Anstrich zerstört.

V

VbF Verordnung

Über die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten. Sie regelt die Lagerung, Lagerort und Lagermengen unter Einhaltung technischer Standards.

Verdünner

Verdünner werden als Lösemittel für Lacke und Farben vielfach eingesetzt. Verdünner für Bautenlacke sind in der Regel aliphatische Kohlenwasserstoffe.

Verdunstungsgeschwindigkeit

Die Verdunstungsgeschwindigkeit ist die Dauer des Verdunstungsvorgangs bei einem Löse- oder Verdünnungsmittel. Maßeinheit ist die Verdunstungszahl.VerdunstungszahlDie Verdunstungszahl gibt an, wievielmal soviel Zeit die Verdunstung eines Materials gegenüber Diethylether benötigt.
Beispiele:

Diethylether 1
Butylacetat 12,5
Testbenzin ca. 50
Dekalin ca. 94
Butylglykol ca. 190

Verseifung

Die chemische Aufspaltung von Estern in ihre Bestandteile: Säure und Alkohole. Alle Ester, d. h. auch alle trocknenden Alkydharz-Bindemittel und die daraus hergestellten Lacke, zeigen Neigung, unter Einwirkung von alkalischen Stoffen wieder zu zerfallen.

Viskosität

Zähigkeitsgrad einer Flüssigkeit. Zähflüssige Lacke bezeichnet man als hochviskos, dünnflüssige Lacke als niedrigviskos. Zur Messung dienen sogenannte Viskosimeter. Für den Verbraucher eignet sich am besten der Auslaufbecher. Von deutschen Herstellern gemachte Konsistenz-Angaben beziehen sich meistens auf den Auslaufbecher nach DIN 53211 mit einem Düsendurchmesser von 4 mm, sofern nichts anderes vermerkt ist. Sie nennen die Zeit bis zur vollständigen Entleerung des Bechers in Sekunden bei einer Messtemperatur von 23°C. Temperaturschwankungen können erhebliche Abweichungen der Messwerte ergeben.

W

Wash-primer

Korrosionsschützender Erstanstrich mit passivierenden Eigenschaften. In der Regel Zweitopf-Primer mit einer Pigmentierung von Zinkchromat. Heute für die Anwendung, zumindest im Maler- und DIY-Bereich, wegen des Gehaltes an Zinkchromat problematisch.

Wassergefährdende Stoffe

Chemische Stoffe und auch Reaktionsprodukte daraus sind ab einer bestimmten Menge und Konzentration für Wasser gefährdend. Durch chemische Stoffe kann Wasser in der Beschaffenheit verändert werden. Besonders durch Mineralölprodukte, Pestizide und Metalle sowie Salze kann Wasser verändert werden.

Weichmacher

Weichmacher sind flüssige oder feste organische Substanzen, die ohne chemische Reaktion mit polymeren Stoffen in Wechselwirkung treten und dadurch ein erhöhtes Formänderungsvermögen des Gesamtsystems ermöglichen.

X

Xenontest

Prüfgerät zur Feststellung der Lichtechtheit von Anstrichen, vor allen Dingen Pigmenteinstellungen unter künstlichen Licht- und Bewitterungseinflüssen. Der Xenontest dient nur der Grundsatzprüfung von Rohstoffen, ist aber für normale Bautenabprüfung wegen der mangelnden Übereinstimmung mit tages- und jahreszeitlichen Wetterbedingungen nicht geeignet.

Xylol

Xylol ist eine farblose Flüssigkeit. Xylol hat aromatischen Geruch. Verwendet wird Xylol als Lösemittel für Harze und Lacke. Xylol kann Gesundheitsschädigungen hervorrufen.

Z

Zündgruppen

Die Zündtemperatur ist ein Maß für die Neigung von Stoffen, sich an heißen Körpern zu entzünden.
Die Zündgruppen lauten:
G 1 über 450°C Zündtemperatur, z. B. Xylol
G 2 300-450°C Zündtemperatur, z. B. Ethylalkohol
G 3 200-300°C Zündtemperatur, z. B. Testbenzin
G 4 135-200°C Zündtemperatur, z. B. Ethyläther
G 5 100-135°C Zündtemperatur, z. B. Schwefelkohlenstoff

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